Mercedes W206 und der "Nachfolger des Evo 2"

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Re: Mercedes W206 und der "Nachfolger des Evo 2"

Beitragvon LUDE » 11. Dez 2020, 00:26

Es geht ja nicht nur um das Herstellen der Akkus, auch das Recycling ist ein Aspekt den man da nicht außer acht lassen sollte.
95% Recycling des Akkus? Und wer macht das? (Kinder in Indien auf der Straße?)
Die gefahren bei einem Brand des Wagen bzw. das Löschen.
Die Entsorgung eines ausgebrannten E-Autos.

Die Akkus soll man sogar nach dem Ableben des Fahrzeugs als Energiespeicher verbauen können.
Ob das dann noch so gut funktioniert?
Oder wenn ich Langstrecke mit so einem Auto fahren möchte und mir wird kalt....Heizung an (Keine Wasserpumpe, kein Wasserkreislauf) da wird
die Reichweite geringer.....dann hat man noch 40km Fahrtweg und kann laut Wagen noch 80 km fahren....kommt in einen Stau und draußen hat mal 2 Grad plus.
Da wird der Ar*** kalt.

Wie gesagt, beim Verbrenner kann dir der Sprit ausgehen, aber wenn man auf die Tankuhr schaut und in 10 Minuten an der Tanke die Karre wieder voll ist,
geht es zurück auf die Bahn.
Andere können nur hoffen, dass es bald ne 22kW Ladestation gibt. Und dann steht da hoffentlich nicht schon ein anderer E-Kollege an der Ladesäule.

Früher hat man Tankstops geplant wenn man von Deutschland nach Spanien in den Urlaub ist.
Wenn ich das aber Heute für ne Fahrt von Dortmund nach Stuttgart planen muss.....naja, es wird ja Alles besser.
Ich denke auch, dass ein Hybrid erstmal die richtige Wahl ist, wenn man Sprit sparen möchte.
Wenn man der Umwelt was Gutes will.... Fahrrad oder Pferd. Dann ist man wenigstens Geradlinig.

Das Problem mit dem Gewicht der Autos ist absolut ein Faktor an dem man Arbeiten muss.
Die Autos werden eigentlich schon leichter, aber nur um noch mehr an Ausstattung rein zu packen.
Ein Auto ist nach wie vor für viele Menschen ein Status-Symbol (es gibt Menschen, die kaufen sich einen Wagen weil sie Bock drauf haben und weil ihnen der Wagen Freude bereitet und es gibt die Leute, die sich durch sowas selbst darstellen wollen. Meist wissen Letztere auch nicht wer Sie sind, deshalb braucht man dass dann auch, aber egal). So ein Statussymbol wird nach 3-5 Jahren zu alt....ein neues Muss her!
Wir sind eine Wegwerfgesellschaft! Ob das beim Essen ist, beim Urlaub (Da wird oft mehr Fotografiert, als der Moment genossen) oder bei der Kleidung.

Noch was, ich glaube nicht dass die deutschen Automobilkonzerne arrogant waren, was die E-Mobilität betrifft. Ich denke es war Skepsis. Für mich eine berechtigte Skepsis. Unternehmen wie Daimler, BMW, VW und GM (Opel) haben Marktanalysten, (Opel hat sich fast als erster mit dem Ampere getraut) aber der Trent der Politik und das Umweltbewusstsein das "Fridays for Future " hat aufkommen lassen, hat weltweit viele zum Denken gebracht.
Der Aufschrei war groß, dass auch die Politiker darauf reagierten. Die Tore für die E -Mobilität wurden weiter aufgestossen als je zuvor.
Es war wohl von den Marktforschern eher ein kollektives verpennen oder auch ein kollektives Misstrauen.
Nur jetzt zu sagen, man entwickelt den Verbrenner nicht mehr weiter......ich denke da steht noch viel Potenzial drin.Wenn auch der Wirkungsgrad bei weitem nicht so gut ist wie beim E-Motor.

Naja, es hat jeder andere Ansichten. Ich für meinen Teil will da eher meine Ruhe und weiter mit meinem 16V fahren.

Gruß Lude
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Re: Mercedes W206 und der "Nachfolger des Evo 2"

Beitragvon Nagilum » 11. Dez 2020, 02:19

Mit dem Recycling ist es wie mit der Teileversorgung: Ohne Markt...
Erst wenn genug Akkus zu verwerten sind, wird sich auch dort eine passende Industrie bilden. Heute sind Rohstoffverwerter/Recycling-Zentren völlig normal, früher hat man seinen Elektroschrott genau wie Plastik und Bauschutt einfach auf die Halde gekippt. Auch für die ganzen Akkus wird Forschung und Entwicklung nicht beim Produzieren stehenbleiben.

Warum sollte die Weiternutzung vieler E-Auto Akkus nicht gut funktionieren?
Das Prinzip ist sehr einfach: Bei einem Auto muss der Nutzwert maximal sein. Je mehr kWh pro Kilo desto besser. Wir hatten schon die Probleme Reichweite und Gewicht...
Bei stationären Energiepuffern für Windparks etc. ist das Gewicht total egal. Wenn der Akku da noch 10 Jahre 80 oder auch nur 60 % schafft... dann kommen da eben 10 Schränke mehr hin. Die Energiedichte ist viel höher als bei Wasserspeichern und gleichzeitig gibt es kein anderes System, dass schneller in der Lage ist Netzschwankungen zu kompensieren.

Wer neugierig ist:
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 59373.html

Beim Thema Ladestation bist du entweder auf einem sehr alten Stand oder...

AC Wallboxen sind Stand der Technik, ebenso sind die meisten öffentlichen AC-Säulen für 11 oder gar 22 kW ausgelegt. Wer rein E fährt wird aber gar nicht AC laden wollen, dafür gibt es an vielen Raststationen inzwischen 50, 150 und sogar 250 kW Lader.
Ja, ganz klar: Du planst die Route mit Ladestops, weil die Ladepunkte seltener sind als Zapfsäulen, die noch (hier sind über die Jahre schon welche verschwunden bzw. haben die Anzahl der Säulen reduziert) in hinter jedem Baum stehen. Das können die Navis inzwischen aber gut einbinden, das Netz ist durchaus brauchbar und auch live-infos zu Verfügbarkeit und Preis der Säulen sind stark im kommen.
Andersrum: Abseits der Autobahn ist es auch nicht immer einfach nachts noch eine offene Tanke zu finden. Mit Ladesäulen gibt es das Problem nicht.
Künftig werden 350 kW Lader kommen - ob darüberhinaus noch viel geht... glaube ich nicht.

Ich sehe jetzt nicht, warum es nicht geradlinig ist einen Hybrid auch aus Umweltgründen zu fahren.
PHEV sind sicher nicht gradlinig, wenn die Ladedose staub ansetzt und man nur die 0,5 % Besteuerung nutzt - das System ist dahingehend falsch aufgebaut, aber schwierig anders zu lösen.

Der C300e kann übrigens mit 7,2 kW laden - hab die Tage ein passendes Ladekabel gekauft (nicht Mercedes, das Logo war mir keine 100 € Aufpreis wert).

Das Problem mit den Konzernen ist:
Die Japaner (Honda, Lexus) haben schon vor Jahren (sehr erfolgreich!) Hybridfahrzeuge ins Portfolio aufgenommen. In Amerika sieht man, je nach Region, auffällig viele davon, auch als Taxi.
Dass wir nicht noch 100 Jahre mit Ölbrennern fahren können, war durchaus abzusehen - man hätte also vorbereiteter sein können. Mit dem W206 wird das Hybrid Angebot wohl deutlich praxistauglicher (es sollen später 150 - 200 km Reichweite geplant sein) als jetzt. Allerdings gefallen mir die Sneaks vom Innenraum so gar nicht. Viel zu Tesla, alles Fettfingerbildschirme... aber warten wir mal ab.

Allein aus Mangel an Produktionskapazitäten/Lieferketten wird es noch Jahrzente Spritt für den 16V geben, sicherlich auch noch fossil, nicht synthetisch.
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Re: Mercedes W206 und der "Nachfolger des Evo 2"

Beitragvon Nagilum » 13. Dez 2020, 06:04

Fritten-pete hat geschrieben:Servus Nagi,
CO2 Problem?
Nochmal: Wenn 96% des gesamten CO2-Ausstoßes von der Erde kommen und nur 4% sind menschengemacht, wie sollen wir dann das KLima massiv beeinflussen?
CO2 ist ein Faktor für Klimaerwärmung, genauso wie viele viele andere Faktoren die NICHT in den öffentlichen Diskussionen stehen, aber von vielen Wissenschaftlern erforscht wurden.

E-Mobilität ist in Summe gesehen genauso "Umweltverschmutzung" wie unsere Verbrenner, die schenken sich alle nicht viel.

Das Problem bei deiner Rechnung ist: Die 96 % des Ausstoßes der Erde sind ein in sich geschlossener Kreislauf. Bäume wachsen, sterben, verrotten, wachsen...
Wir holen nun allerdings viel CO² aus den Tiefen der Erde, die dort konserviert waren.
Das Problem an den zusätzlichen 4 % ist, dass sie den _relativen_ CO²-Gehalt (und das ist das relevante) stark genug verändern um den Wärmehaushalt der Erde zu verändern.

Du darfst aber gerne Links für Gegenargumente bringen. Ich erwarte aber Nachweise/Quellen von der Oppositionsbank. ;)

(Und ja, natürlich rettet Deutschland alleine nicht die Welt, aber wenn jeder nur auf den anderen wartet... warten auf Godot. Und neben dem unweigerlich kommenden Strukturwandel in der Automobilbranche, der im Thermodynamsichen Bereich Jobs vernichten wird, bietet er _noch_ die Chance auch Jobs zu schaffen, wenn wir mit alternativen Antrieben etc. erfolgreich sind.
Der Erfolg des deutschen Maschinenbaus lebt vom Fortschritt, nicht vom Stillstand.

Das modernste Kohlekraftwerk in Moorburg, gebaut für drei Milliarden Euro im Jahre 2015, wird vom Netz genommen, trotz modernster Technologie, da kann man einfach nur
den Kopf schütteln.
[...]


Dass Kraftwerke nach Effizienz hätten abgeschaltet werden sollen sehe ich durchaus so. Es scheint aber leider, dass Effizienz nicht immer wirtschaftlich ist.
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