Wenn wir uns beide "etwas" auskennen: Dir ist dann schon klar, dass das 10 (20) kV Netz sehr verbreitet ist und man daher größere Ladestationen mit wenig Erdarbeiten entsprechend anschließen kann?
Ich wäre nie auf die Idee gekommen 1.000 kW über 400 V fahren zu wollen (was im übrigen so gar nicht machbar wäre, da dir jeder Versorger streiken wird - das machen die hier gern schon bei 80 kW ohne 10 kV + eigenem Trafo).
Also laut Web kann der E-Fiat mit satter DC-Ladung oder auch bis zu 11 kW Wechselstrom geladen werden.
Zumindest hier sind Ladesäulen mit 11 kW noch problemfrei, erst 22 benötigen eine Anmeldung & Genehmigung beim Versorger.
Eure Verteilung muss sehr eng bemessen sein, wenn selbst 3 Phasen á 16 A zusammen mit dem Herd für Ärger sorgen. Aber da kann ein Elektriker sicher Abhilfe schaffen?
Wir sind uns ganz sicher einig, dass 3,2 kW (krumme Zahl, lädt der echt mit 14A?) für ein reines E-Auto "schwierig" sind. Beim Hybrid völlig ausreichend - zumindest bei den bisherigen Modellen.
Auch ich bin nicht motiviert mein Auto extra für 30+ Minuten irgendwo an Ladesäulen zu bewegen, in deren Nähe ich nicht eh müsste. Das ist dann schon ziemlich Lifestyle.
2 Fahrzeuge sehe ich in üblichen Haushalten inzwischen durchaus als realistisch und gegeben. 3 EV aktuell aber als extreme Sonderkonstellation.
Abgesehen davon: Sowenig wie jeder abends an die Zapfsäule muss, muss auch nicht jeder morgens einen vollgeladenen E-Wagen haben (respektive: Nicht jeder stellt ihn leer in die Garage).
Ich kann dein Beispiel aber, sehr realistisch, toppen: Ich bin nach wie vor Mieter und habe keine Chance auf eine Lademöglichkeit am Haus. Für mich auch ein Grund für Hybrid statt reinem E - das ginge natürlich auch, aber ich bin nicht motiviert für deutlich längere Ladevorgänge (ohne sonstige Zwecke) als beim tanken. Allerdings nutze ich gerne jede "Mitnahmegelegenheit".
Bei einer breiten Marktdurchdringung wird das Thema Smartmeter und variable Strompreise kommen (müssen). Dass nicht an jeder Straße 40 Autos 100 kW saugen können ist allen bewusst.
Aber nicht jedes Auto muss das zu jeder Zeit. Am Ende lässt sich sehr viel mit einer passenden Infrastruktur regeln, die aktiv kommuniziert und regelt.
Im Regelfall werden die Wagen 8, 10 oder mehr Stunden am Tag stehen, zudem wird auch bei Arbeitgebern die Lademöglichkeit immer öfter geboten.
Ich kenne den Wirkungsgrad nicht auswendig, aber mit Leistungsteuerung etc. pp wird im Regelfall er bei >=90 % liegen.
Natürlich gibt es Pumpspeicherkraftwerke, allerdings liegt deren Effizienz deutlich unterhalb der reinen Motoren, zumal zum Motor auch ein Generator kommt. Gehen wir von guten 80 % aus.
Das Problem was wir haben: Die Energiedichte ist viel zu niedrig. Natürlich wären ein paar mehr davon schon mal ein Anfang, faktisch können wir aber nicht alles und über längere Zeit damit abdecken.
...im übrigen gibt es bereits eine 1,4 GW Leitung nach Norwegen, da die Geologie dort hilft:
https://de.wikipedia.org/wiki/NordLinkDortmund: Wir waren letztes Jahr auf dem Berg vom Casino, da konnte man das gut sehen.
@thomas: F&E im Batteriebereich wird mit viel Geld betrieben. Alle sind sich bewusst, dass da noch was kommen muss. Umgekehrt: So lange kein ausreichender Markt an Altbatterien vorhanden ist, kann keiner wirtschaftlich selbige verwerten - und das wird ein Spezialgebiet bleiben. Der Entsorger nebenan kann sie allenfalls entgegennehmen und weiterleiten.
Hier drehen die Windräder übrigens recht viel und lang - aber neben vorhandenem Wind braucht es auch Leitungskapazitäten. Wenn die Enerige nicht weg kann...
(Wo auch die Idee ansetzt Wasserstoff in Windparks zu generieren. Strom der nicht eingespeist werden kann, ginge so nicht verloren. Das Problem ist: Die Anlagen müssen laufen um sich zu rentieren...)
Ich kann mir vorstellen, dass es wirtschaftlich schwierig ist, solche Anlagen in Hochseewindparks zu betreiben.
Letzendlich ist aber klar: Ohne Netzausbau geht es nicht. Wir haben Jahrzehnte Unsummen in den Straßenbau investiert und sowohl die Eisenbahn- als auch die Elektroinfrastruktur vernachlässigt.
Die wenigsten wollen jemandem sein Auto verbieten, aber für viele gibt es aktuell keine guten Alternativen - und auch da muss angesetzt werden.
Es sind viele, große, Baustellen und niemand hat behauptet, dass es einfach würde.
Edit: @peter:
https://energy-charts.info/charts/power ... olute_areaWir haben letztes Jahr im November übrigens mehr Strom Ex- als Importiert. Sogar im Winter!
Und wie erwähnt: Es braucht ein möglichst großes Verbundnetz um möglichst viel mit Solar-, Wind- und anderen Energien zuverlässig zu arbeiten.